BlogTradebots

Video: Geldroboter im Finanz-Cyberspace

Die moderne Finanzmarktpolitik ist Netzpolitik. Rechenzentren sind die neuen Börsen, Datenhandel ihre wesentliche Einnahmequelle, Quants die neuen Börsenhändler, Algorithmen die neuen Handelswerkzeuge und der Code die neue Sprache der Finanzmärkte. Zentrale Akteure in diesem komplexen, adaptiven Finanzsystem sind die Trading Bots. Global tätige Unternehmen, die als hochfrequente, algorithmischen Computerhändler an den Börsen in Millisekunden Finanzprodukte kaufen und verkaufen. Der ehemalige EU-Kommissar Michel Barnier nannte den Hochfrequenzhandel eine „systematische Gefahr für die Märkte.“ Die EU-Richtlinie für die Regulierung des algorithmischen Computerhandels (MiFID II) ist jedoch bis heute nicht in Kraft. Und während Kritiker auf die Risiken und Gefahren der Handelsroboter verweisen, argumentieren die Inhaber, dass sie als Liquiditätsgeber Mehrwert schaffen, Volatilität abschwächen und die Preiseffizienz erhöhen. Doch wer hat nun recht? Schaffen die Trading Bots einen Mehrwert für unser Gemeinwohl? Und überhaupt: Wie steuert man politisch ein komplexes, adaptives und digitalisiertes Finanzsystems im Sinne der Allgemeinheit? Es wird Zeit, darauf neue Antworten zu finden und zwar gemeinsam mit einer kritischen, netzpolitisch engagierten Zivilgesellschaft. Denn von ihren Grundsätzen, wie etwa Netzneutralität oder Datenschutz, kann der Börsenhandel lernen.

https://re-publica.com/en/17/session/trading-bots-im-globalen-finanz-cyberspace