Tag-Archiv für: Uni-Proteste

(Aus)Bildung

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Bildungspolitik ist Angelegenheit der Mitgliedsstaaten. Doch kürzlich verirrte sich eine Uni-Debatte ins Straßburger Plenum. Dabei wurde mehrheitlich die engere Verflechtung zwischen Hochschulen und Wirtschaft als “neue Partnerschaft zur Modernisierung der Hochschulen Europas” gepriesen. Eine Verschmelzung, die seit vielen Jahren Realität ist, wird nochmals aufgewärmt und als Lösung der Bildungsmisere hochstilisiert. Doch genau diese Idee führte in den letzten Jahren zu einem Zustand, indem teilprivatisierte Universitäten in einem geistlosen Schematismus wie Controlling-Unternehmen lediglich die Ausbildungsbedürfnisse der Wirtschaft erfüllen zu versuchen.


“Wir sollten dafür sorgen, dass die Wirtschaft ermutigt wird, an der aktiven Erarbeitung von Unterrichtsmaterial für Unternehmertum mitzuwirken”, so die deutsche EU-Abgeordnete Doris Pack. Und “wir brauchen natürlich auch Menschen, die von Leuten ausgebildet werden, die wissen was es heißt Unternehmergeist zu haben, die wissen was es heißt Manager zu sein”, so die verklärte Vorstellung vom primären Sinn der Lehre an Hochschulen. Dabei sind die kurzfristigen Ausbildungsbedürfnisse der Wirtschaft gut und wichtig, doch sie spiegeln nur die Bedürfnisse eines einzigen Teilsystems unserer Gesellschaft wider und dürfen daher nicht zum Primat der gesamten bildungspolitischen Debatte erhoben werden.


Doch genau das geschah in den letzten Jahrzehnten. Untergraben wurde damit die wesentliche Aufgabe der Hochschulen. Nämlich wissenschaftliche Neugierde und Kreativität zu fördern um Werte schaffen, die auch außerhalb des Wachstumszwangs der gesamten Gemeinschaft nützlich sind. Das alles gelebt von Menschen, die für Begriffe wie Moral und Wahrheit ein Verständnis haben. Deren moralische Idee den Wert von Bescheidenheit an der richtigen Stelle zu schätzen weiß und die in der Lage sind, gesellschaftliche Veränderungen kritisch zu hinterfragen. Wirklich modern wäre somit, wenn dieses Ziel der mehrheitliche Wunsch der EU-Abgeordneten wäre.

orf.at: Bologna-Demo in Linz begann verspätet

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Cum tempore – mit Verspätung – hat am Mittwoch die Auftaktkundgebung der Studentenproteste “Gegen zehn Jahre Bologna-Prozess und die Ökonomisierung aller Lebensbereiche” in Linz begonnen. Grüne, SPÖ, KPÖ sowie der unabhängige EU-Parlamentarier Martin Ehrenhauser von der Liste Martin unterstützen die Proteste.


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Unterstützung der Uniproteste im EU-Parlament

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Ehrenhauser unterstützte in seiner heutigen Parlamentsrede die Protestbewegung


In seiner heutigen Rede im Plenum des EU-Parlaments thematisierte der unabhängige Abgeordnete Martin Ehrenhauser die Forderungen der protestierenden Studierenden und Lehrenden an Österreichs Universitäten. Er unterstützte dabei das Recht auf freien Bildungszugang, demokratische Universitäten und universelle Bildung statt starrer Ausbildung.


“Die Protestbewegung ist ein Beweis für gelebte Demokratie. Nur eine Gesellschaft, die fähig ist selbstständig und kritisch Strukturen zu hinterfragen, kann frei sein und ist in der Lage sich den realen Bedürfnissen permanent anzupassen. Dies ist besonders in demokratiepolitisch schwierigen Zeiten von erheblicher Bedeutung”, argumentierte Ehrenhauser seine Sympathie für die Protestbewegung und die Notwendigkeit für Bildung statt Ausbildung.


Ehrenhauser kritisiert ebenfalls den Bologna-Prozess. “Das Resultat des Bologna-Prozess ist starrer Bürokratismus, der versucht wissenschaftlichen Erfolg und Bildung durch standardisierte Verfahren planbar machen zu wollen. Das ist ein Irrweg. Wissenschaft lebt von Kreativität, Neugierde und Engagement des Einzelnen. Dafür braucht es Freiraum zum Denken. Diesen Freiraum will sich die Protestbewegung verschaffen. Dabei kann man die Studierenden nur unterstützen”, betont Ehrenhauser.

 

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