Guiseppe Verdis Nabucco war bekanntlich sein erster großer Opernerfolg in Mailand. 167 Jahre nach der Uraufführung darf man wohl zweifellos von einem nachhaltigen Erfolg sprechen. Und da Verdi noch immer elektrisiert, tauften die Vertreter des damaligen Konsortiums, nach einem klangvollen Abend an der Wiener Staatsoper, ihr Erdgaspipelineprojekt Nabucco.
Im Gleichklang mit dem neuen italienischen-russischen Konkurrenzprojekt “South Stream“, läuft das Energie-Projekt nun Gefahr zu einem 7,9 Mrd. teuren Ladenhüter zu verkommen. Wenn man dann noch berücksichtigt, dass der vermeintlich grüne Joschka Fischer mit RWE und OMV einen sechsstelligen Lobbyingvertrag unterzeichnet hat, dann klingt die Gesamtkomposition eher wie ein vermeidbarer Popsong für einen oligopolistischen Markt, als eine Symphonie aus Sparsamkeit und Nachhaltigkeit.
Denn in den nächsten Jahren wird Strom aus Sonnenenergie deutlich billiger als jener aus Erdgas. Und mit den gesamten Investitionskosten könnte man 8.000 Megawatt Windenergie beziehen, ausreichend um zum Bespiel sämtliche österreichische Haushalte zu versorgen. Die EU stellt trotzdem 250 Millionen Euro Steuergeld für das Projekt zur Verfügung.
Sollten nun neue iranische und irakische Erdgasvorkommen für Europa erschlossen werden, dann wird es uns schlussendlich ergehen wie Guiseppe Verdi. Er ist nach seinem Nabucco-Projekt jahrelang nicht mehr zur Ruhe gekommen. Denn nachhaltige Energiediversifizierung sieht anderes aus.







