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Piratenjagd

Die Europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik feiert ihren zehnten Geburtstag. “Nicht sehr laut”, wie es der französische General Henri Bentégeat, Vorsitzender des EU Millitary Committees, heute im Verteidigungsausschuss beim Hearing formulierte. Seit diesem Jahr investiert die EU 8,3 Millionen Euro jährlich in die Piratenjagd vor der Küste in Somalia, in die Operation ATALANTA. Im Juni wurde bereits für ein Jahr verlängert.

Die Erfolgsbilanz der Operation im letzten Jahr: Es wurden Sage und schreibe “68 Piraten (Anmerkung des Autors: vermeintliche) verhaftet und nach Kenia überstellt”, so General Bentégeat. Insgesamt 30 Kriegsschiffe sind in einem Küstenbereich von 3000 Kilometer länge im Einsatz. Der Schutz von Handelsschiffen und die Suche nach Piraten muten da an wie die berühmte Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen.

Und weil die EU nicht so recht weiß ob sie die NATO heiraten oder sich von ihr scheiden lassen soll, führt die Nordatlantikorganisation ihre eigene Piratenjagd am Horn von Afrika durch, Operation Ocean Shield. Beide Anti-Piraten-Kommandos befinden sich jedoch in Northwood bei London. Strikt getrennt natürlich. Oder doch nicht. “Wir telefonieren sofort wenn es Probleme gibt”, betonte General Henri Bentégeat. Für ein neutrales Land wie Österreich, das keine volle Mitgliedschaft in der NATO besitzt, ist die klare Trennung zwischen NATO und EU jedoch essentiell.