Wüstenzaun

4

Eine EU-Abgeordnete wurde im Europaviertel ausgeraubt. Das ist schrecklich und inakzeptabel. Trotzdem, die Art und Weise wie Problemfälle mit zweierlei Maß priorisiert  und welche vermeintlichen Lösungen geschaffen werden, ist zu hinterfragen. Denn tagtäglich erleiden Menschen solch ein Unheil, vor allem in sozial schwachen Stadtvierteln, doch in diesem Fall wird sofort im EU-Parlamentsplenum darüber debattiert.  Und noch mehr.


Der EU-Parlamentspräsident Jerzy Buzek traf sich persönlich mit Freddy Thielemans, dem Bürgermeister von Brüssel.  Sogar mit dem belgischen Premierminister Herman Van Rompuy wurde darüber gesprochen. Ob jeder Bürger dem ähnliches Schicksal widerfährt diese “höchste persönliche Aufmerksamkeit” von den Politikern  erwarten darf, so wie der EU-Parlamentspräsident diese seinen Kollegen zusichert?


Eine “Art Sicherheitsring rund um das Parlament” soll nun als Lösung kreiert werden. Unweigerlich denkt man dabei an die EU-Gipfeltreffen, bei denen die Volksvertreter mit Stacheldrahtzaun vorm Volk beschützt werden. Sarah Ludford, eine liberale EU-Abgeordnete aus England, verurteilte das Vorhaben als “anti-demokrtaisch”.  Zuerst gestaltet man das Europaviertel zu einer architektonischen “Wüste”, ohne Wohnhäuser, Einkaufs- oder Unterhaltungsmöglichkeiten und dann versperrt man der restlichen Öffentlichkeit den Zutritt, so ihre Kritik. In diesem Fall kann man sich nur anschließen. Soziale Politik sieht anders aus.

4 Antworten

  1. Susanne R.
    Posted 2 November 2009 , | Permalink

    Die Politik verliert immer mehr Macht an die Indsutrie, und vor allem aber auch Wissen und Kompetenz an den privaten Sektor. Das führt dazu, dass sich immer weniger sehr gut Qualifizierte den mühsamen Weg in der Poltik antun und sich die Politik meist nur noch mit sich selbst beschäftig. Und die wenigen die noch in die Politik gehen, sind meistens ängstlich und schotten sich immer weiter ab, verstecken sich vor der Verantwortung, weil ihnen die Kraft, das Rückrat und das Wissen fehlt um dagegenzuhalten.

  2. liberal
    Posted 3 November 2009 , | Permalink

    “Art Sicherheitsring rund um das Parlament” wenn das die lösung ist, dann brauchen wir “eine Art Sicherheitsring für jedes Haus” grauslich

  3. Georg Poetscher
    Posted 4 November 2009 , | Permalink

    so ich einverstanden bin mit frau ludfords kritik, es ist doch irgendwie eine besonders lächerliche art von eitelkeit auf die eigene homepage das adelsprädikart “baroness” ganz fett auf den banner zu schreiben?!

    see http://www.sarahludfordmep.org.uk/

  4. Lisa
    Posted 4 November 2009 , | Permalink

    Wenigstens nicht Bachelorette!
    http://en.wikipedia.org/wiki/Bachelorette

Hinterlasse einen Kommentar

Ihre E-Mail Adresse wird nie weitergegeben. Benötigte Felder sind markiert *

*
*
 

Sie müssen Sich einloggen um abzustimmen

Sie müssen eingeloggt sein um abzustimmen.

Wenn Sie noch keinen Zugang haben können Sie hier einen erstellen.