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Fußballbusiness

2008 machte der europäische Fußball 578 Millionen Euro Verlust. 5,5 Milliarden Euro zahlten die Vereine 2008 für den Schuldendienst. Nach UEFA-Angaben schrieben im Jahr 2008 rund 47 Prozent der Profi-Clubs rote Zahlen. Die Ende Mai von der UEFA verabschiedeten Zulassungs- und Finanzvorschriften sehen nun vor, dass die Clubs mittelfristig ausgeglichene Bilanzen vorlegen müssen: UEFA-Manager Andrea Traverso erklärte, dass “nach und nach Sanktionen eingeführt werden. Wir werden die Clubs drei Jahre lang beaufsichtigen und in Problemfällen sprechen wir erst eine Warnung aus. Im zweiten Jahr in Folge ziehen sie Strafen auf sich und schlussendlich riskieren sie den Ausschluss von den UEFA-Wettbewerben”. Ein Trend, der nicht nur bei Fans des wirtschaftlich soliden FC Bayern für Anklang sorgen wird.

Einen nicht unwesentlichen Anteil daran hat das EU-Parlament. UEFA-Sprecher William Gaillard betonte im für Sport zuständigen Kulturausschuss des EU-Parlaments kürzlich, dass die neuen Fair-Play-Regeln nicht zuletzt auf Berichte des Europaparlaments zurückgingen, “weil diese Berichte schon sehr früh auf die finanziellen Schwierigkeiten von europäischen Fußball-Clubs aufmerksam gemacht haben”.

Letzte Woche knüpfte sich das EU-Parlament die Regulierung von Spielervermittlern vor. Oftmals stehen diese im Zentrum von intransparenten Finanzströmen. Sie sind sehr anfällig für Geldwäsche, Spielermanipulationen und Menschenhandel. Die derzeitigen Regelungen für Vermittler obliegen den Sportverbänden. Sanktionen oder gar strafrechtliche Auswirkungen bleiben jedoch oftmals aus. Umso mehr braucht es dringend strenge Regelungen. In einem Entschließungsantrag forderte das EU-Parlament daher mehrheitlich eine EU-Initative, die die Einführung eines EU-weiten “Vermittlerlizenzensystems” und eines Vermittlerregisters vorsieht, sowie ein Verbot der Entlohnung von Spielervermittlern im Falle des Transfers von Minderjährigen. Konsequent verwirklicht, wäre dies sicherlich ein Beispiel für eine sinnvolle EU-Initiative.