Tag-Archiv für: Kontrolle

EU-Whistleblowerschutz JETZT!

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Für den Fall, dass EU-Beamte illegales Handeln oder Missstände in den EU-Institutionen nicht länger schweigend hinnehmen, sondern dagegen vorgehen möchten, braucht es klare Regeln um effektiv Korruption bekämpfen zu können. Diese gibt es derzeit nicht, das haben mehrere Studien bewiesen. Seit Jahren herrschte Stillstand. Nun steht die Reform des EU-Beamtenstatuts auf der Agenda. Die ist wohl die einzige Chance Verbesserungen in diesem Jahrzehnt herbeizuführen.

Auf Basis meiner Initiative soll nun eine grundlegende Reform umgesetzt werden. Zusammen mit dem grünen EU-Abgeordneten Bart Staes, der schwedischen Piratin Amelia Andersdotter und der konservativen Abgeordneten Monica Macovei habe ich umfassende Änderungsanträge zu der Stellungnahme im Haushaltskontrollausschuss (CONT) eingebracht. Der EU-Whistleblower Guido Strack, Vorsitzender des deutschen Vereins „Whistleblower-Netzwerk“ , war stark in die Erarbeitung eingebunden.

Die Änderungsanträge basieren dabei auf den Empfehlungen der vom EU-Parlament beauftragten Studien. Sie definieren präzise Bearbeitungsfristen, klare Rechte und Pflichten für die EU-Institutionen sowie für den Whistleblower selbst. Zudem legen sie das Recht der Whistleblower auf Anhörung und seinen Zugang zu Informationen fest. Die Beweislast im Falle der negativen Folgen von Whistleblowing muss bei der Institution und nicht bei dem Whistleblower liegen. Weiters sehen die Änderungsanträge regelmäßige Evaluierungen der Implementierung der Rechtsgrundlage sowie Trainings für Beamte vor. Jede Institution muss eine unabhängige interne Beratungsstelle etablieren, die Beamte vertraulich berät.

Heute hat der CONT-Ausschuss über die Stellungnahme zur Reform des Beamtenstatuts abgestimmt. Unsere Änderungsanträge wurden als Anhang des von der konservativen CONT-Berichterstatterin Ingeborg Grässle vorgelegten Kompromissänderungsantrags angenommen. Dieser Kompromissänderungsantrag fordert die Einführung interner Richtlinien in Übereinstimmung mit den von uns vorgelegten Änderungsanträgen. Nicht 100 Prozent das was wir wollten, aber durchaus ein Erfolg.

Die Chance zur Verbesserung lebt noch weiter. Denn Zusammen mit Eva Lichtenberger von den Grünen und der konservativen EU-Abgeordneten Monica Macovei habe ich die gleichen Änderungsanträge ebenfalls im federführenden Rechtsausschuss eingebracht. Die Abstimmung erfolgt voraussichtlich Ende April. Bis dahin werde ich noch viele Gespräche mit den Ausschussmitgliedern führen und für weitere Verbesserungen kämpfen.

Meine Änderungsanträge finden Sie hier.

Krone: Das sind die faulsten EU-Parlamentarier

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Die heutige KRONE-Titel-Geschichte erwähnt die 99,29 Prozent Anwesenheit von Martin Ehrenhauser bei den Plenarsitzungen des Europäischen Parlaments positiv. Der gesamte Artikel auf krone.at.

Bild: EU-Beamte sollen auf Gehaltserhöhung verzichten

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Österreich: Lobbyisten-Karriere nach EU-Job

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Martin Ehrenhauser kritisiert die EU-Kommissare wegen ihrer Folgejobs – 39% der Kommissare wurden Lobbyisten.


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DerStandard.at: Staatsanwaltschaft will Martins Konten öffnen und Büros durchsuchen

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Die Staatsanwaltschaft will im Zuge von Ermittlungen gegen den Europaabgeordneten Hans-Peter Martin Hausdurchsuchungen und Kontoöffnungen durchführen. Dies geht aus der Empfehlung des Rechtsausschusses zur Aufhebung der Immunität von Martin hervor, über den das EU-Parlament am Dienstag in Straßburg abstimmen soll. Die Aufhebung der Immunität gilt als sicher.

Ins Rollen gebracht hatte die Causa der mittlerweile von Martin in Unfrieden geschiedene frühere Kollege Martin Ehrenhauser. Der hatte Martin bei der Staatsanwaltschaft wegen Verdachts auf “schweren Betrug”, “Untreue” und “Förderungsmissbrauch” angezeigt. Ehrenhauser wirft Martin vor, aus der Wahlkampfkostenrückerstattung “eine Million Euro Steuergeld abgezweigt” zu haben. Der gesamte Artikel auf DerStandard.at.

Salzburger Nachrichten: Staatsanwaltschaft will Martins Konten öffnen

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Die Staatsanwaltschaft will im Zuge von Ermittlungen gegen den Europaabgeordneten Hans-Peter Martin Hausdurchsuchungen und Kontoöffnungen durchführen.

Ins Rollen gebracht hatte die Causa der mittlerweile von Martin in Unfrieden geschiedene frühere Kollege Martin Ehrenhauser, der seinen Ex-Chef bei der Staatsanwaltschaft wegen Verdachts auf „schweren Betrug“, „Untreue“ und „Förderungsmissbrauch“ angezeigt hatte. Der gesamte Artikel auf salzburg.com.

Vertraulichkeitstransparenz

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Gemeinsam mit der Financial Times Deutschland (FTD) enthüllen wir
auf der Titelseite ihrer heutigen Ausgabe einen Anstieg der geheimen EU-Zahlungen zwischen den Jahren 2007 und 2010 um 464 Prozent. Laut dem Finanztransparenzsystem wurden im Jahr 2010 insgesamt 342 Projekte im Gesamtwert von 408 Mio. Euro von der Europäischen Kommission als „vertraulich“ klassifiziert. Im Jahr 2007 gab es nur 104 solcher Posten über 87 Mio. Euro. Die Kommission musste nach mehrmaligen Nachfragen eingestehen, dass einige Zahlungen falsch klassifiziert wurden: „Wegen eines Verwaltungsfehlers.“ Darunter 127 Mio. Euro für Gehaltszahlungen an palästinensische Beamte und 59,1 Mio. Euro für ein IT-System in Honduras.


Bereits vergangenes Jahr musste die EU-Kommission nach einer parlamentarischen Anfrage eingestehen, dass Überweisungen von über 79 Mio. Euro für Gesundheits- und Wasserversorgung nach Moldawien „fälschlicherweise als ‚vertraulich’ eingestuft“ wurden. In der Anfragebeantwortung versicherte die Kommission jedoch, dass Fehler „systematisch korrigiert“ werden. Diesem Versprechen ist die Kommission bis heute nicht nachgekommen.


Damit wurden bereits zum wiederholten Male von der EU-Kommission Ausgaben fälschlicherweise als vertraulich deklariert. In diesem Fall kann man nicht mehr von Schlamperei ausgehen. Es besteht der Verdacht, dass die EU-Kommission einfach das Label ,geheim‘ auf umstrittene Projekte klebt, um sich unangenehme Nachfragen zu ersparen. Transparenz ist einer der maßgeblichen Grundsätze für die Ausführung des EU-Haushaltsplanes. Vertraulichkeit bei Ausgaben von Steuergeldern sollte nur in außerordentlichen Ausnahmenfällen gewährt werden. Durch neue parlamentarische Anfragen werden wir weiter für Transparenz zu sorgen.


Die vertraulichen Zahlungen laut Finanztransparenzsystem im Detail:
(Stand: Veröffentlichung der Zahlungen für 2010 am 30. Juni 2011):


2007: 87.998.287,66 Euro
2008: 75.805.237,94 Euro
2009: 237.842.216,68 Euro
2010: 408.583.009,78 Euro


Financial Times Deutschland: Angestrengt geheim; 22. Juli 2011.
Parlamentarische Anfrage zu den Projekten in Moldawien; 19. Oktober 2010.
The Bureau of Investigative Journalism: Bureau Recommends: Secret EU payments up by 464%; 22. Juli 2011.
Wissen.de: Brüssels falsche Geheimnisse; 23. Juli 2011.
Österreich: EU zahlt 500% mehr für Geheim-Projekte; 23. Juli 2011.

MEP-Verhaltenskodex

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Nachdem Journalisten der „Sunday Times“ mit dem Fall Ernst Strasser für europaweite Schlagzeilen sorgten, beschloss das EU-Parlament eine Arbeitsgruppe einzurichten, die einen Verhaltenskodex für Europaabgeordnete ausarbeitet. Der erste Entwurf wurde nun finalisiert. In seiner derzeitigen Form ist er sicherlich ein Sprung vorwärts, jedoch ohne Anlauf. Er kann nur die Basis für weitere Verbesserungen bilden. Positiv ist, es gibt endlich eine Definition für einen Interessenskonflikt in Zusammenhang mit Sanktionen. Der Interpretationsspielraum ist jedoch groß. Daher kommt dem Interpretations- und Sanktionsprozess eine besondere Bedeutung zu. Zuständig dafür ist eigentlich das sogenannte „Advisory Committe“ (AC). In der derzeitigen Form ist es jedoch keine unabhängige Kontrollinstanz, sondern ein Sekretariat des Parlamentspräsidenten.


Denn erstens kann lediglich der Parlamentspräsident einen potenziellen Interessenskonflikt zur Untersuchung an das AC übermitteln. Weder das AC selbst, noch andere Mitglieder, können eine solche Untersuchung einleiten lassen.

Zweitens, sollte das AC einen Verstoß gegen den Verhaltenskodex bestätigt, wird eine Empfehlung an den Präsidenten übermittelt. Er alleine entscheidet wiederum über mögliche Sanktionen. Auch ob das AC im Konsens oder per Mehrheit entscheidet ist nicht definiert.

Drittens, der Präsident benennt auch die Mitglieder. Das sind wiederum EU-Abgeordneten anstatt unabhängigen Experten. Neue Interessenskonflikte sind vorprogrammiert. Da es nur fünf Mitglieder gibt, sind auch nicht alle Fraktionen vertreten. Politisch motivierte Entscheidungen zu Lasten von nicht repräsentierten Fraktionsmitglieder oder fraktionsfreien Abgeordneten anstatt objektive Empfehlung werden dadurch erleichtert – speziell wenn der Interpretationsspielraum derart groß ist.


Die Erneuerungen in Bezug auf die „Finanzielle Erklärung“ der Abgeordneten, sprich die Angaben seiner Tätigkeiten und Funktionen vor Beginn und während der Mandatszeit, die Angaben über Firmenbeteiligungen sowie über die Höhe der Einkommen ist zu begrüßen. Warum weitere Einkommenskategorien über der 10.000 Euro Schwelle nicht existieren, ergibt jedoch keinen Sinn und sollte nachgebessert werden. Als gelernter Österreicher weiß man, dass hohe Beraterverträge keine Seltenheit sind. Schlupflöcher bilden Stiftungen, diese müssen nicht angegeben werden, lediglich eine Funktion z.B. im Vorstand der Stiftung. Auch die Angaben über die Höhe der zusätzlichen Einkünfte könnten umgangen werden. Die Rolle von Stiftungen und Treuhänder muss daher präzisiert werden.


Was definitiv fehlt ist eine „Cooling-Off-Periode“ für EU-Abgeordnete. Um Interessenskonflikte zu vermeiden, sollten neue berufliche Tätigkeiten von ehemaligen EU-Abgeordneten mindestens bis ein Jahr nach Ende der Legislaturperiode einer Genehmigungspflicht unterliegen. Dies sollte generell auch für bezahlte Nebentätigkeiten während der Mandatszeit gelten. Darüber hinaus fehlt ein verpflichtender „Legislativen Footprint“ für alle EU-Abgeordneten. Dieser müsste auf der Abgeordnetenprofilseite auf der Internetseite des Europäischen Parlaments veröffentlicht werden, gemeinsam mit allen seinen Änderungsanträgen.


Kommende Woche wird nochmals die Konferenz der Präsidenten über den Entwurf der Arbeitsgruppe beraten. Danach wird er an den AFCO-Ausschuss übermittelt. Vor der Sommerpause wird eventuell noch ein Berichterstatter nominiert. Nach Abstimmung im Ausschuss und danach im Plenum, soll der Verhaltenskodex Anfang Jänner, mit Beginn der neuen Parlamentspräsidentschaft, in Kraft treten, vermutlich unter dem neu gewählten Parlamentspräsidenten Martin Schulz. Es besteht die berechtigte Gefahr, dass der Verhaltenskodex im Ausschuss und später im Plenum weiter abgeschwächt wird. Wir werden jedenfalls für Nachbesserungen eintreten.


Die Presse: Lobby-Kontakte: Abgeordnete dürfen sie verschweigen, 5. Juni 2011.

Die Ganze Woche: Mit welchen Tricks Ölbarone und Atombosse kämpfen

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“Unabhängige” Forschungsinstitute lassen sich von der Erdöllobby bezahlen und legen Studien vor, die bei den Konsumenten Angst vor “teuren Ökostrom” schüren. “Die Atomlobbyisten sind stark. Mitten unter Ihnen sitzen Österreicher wie Paul Rübig” erklärt Martin Ehrenhauser. Der gesamte Artikel als pdf.

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OÖN: EU-Abgeordneter Rübig wehrt sich gegen Lobby-Vorwurf

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Martin Ehrenhauser wirft Paul Rübig mangelnde Transparenz, offensichtliche Interessenskonflikte und Änderungsanträge für die Großindustrie vor. Rübig weißt alle Vorwürfe zurück.


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