Tag-Archiv für: Sicherheit

taz.de: Die Verschollenen vom Hindukusch

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Zwischen 2002 und 2010 investierte die Europäische Union mehr als zwei Milliarden Euro für Entwicklungs- und Humanitäre Hilfe in Afghanistan. “Korruption, unrealistische Zeitplanungen, keine Garantie, wie die Mittel verwendet werden – wir müssen die bewaffnete Entwicklungshilfe so schnell wie möglich beenden”, sagt Martin Ehrenhauser. Der gesamte Artikel auf taz.de.

Nacktscanner-Lobbyismus

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Der “Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts” (RFSR) ist seit 1999 ein wichtiger Bestandteil der EU-Verfassungsordnung. Die potenziellen RFSR-Maßnahmen sind einige der schärfsten Formen staatlicher Machtausübung gegenüber den Einzelnen. Sie formen seit Jahren den RFSR zu einem präventiven Sicherheitsraum um. Die Freiheit und das Recht des Einzelnen werden dafür zunehmend geopfert. Die Debatte rund um die Nacktscanner reiht sich nahtlos in diesen Trend ein. Die Methoden zur Einflussnahme auf die Maßnahmen sind dabei äußerst fragwürdig, wie ein aktueller Lobbying-Skandal rund um den ehemaligen EU-Beamten Magnus Ovilius zeigt.


So wechselte Ende 2008 der für die Anti-Terror-Poltik verantwortliche Schwede von der EU-Kommission zum Konzern Smith Group Plc, um als “Vice President Government Relations” ein Europabüro in Brüssel aufzubauen. Ein klassischer Fall von Drehtürlobbyismus. Denn der Wechsel ereignete sich just zu jenem Zeitpunkt, als die EU-Kommission eine Konsultation über die Auswirkungen des Einsatzes von Ganzkörperscannern startete und die EU-Regulierungsbestrebungen somit ihren Anfang nahmen. Man kann wohl kaum von einem Zufall ausgehen, wenn genau jener Produzent, der sich einen EU-Beamten als Cheflobbyisten kauft, auch das erfolgreichste Lobbying betreibt. So befürworte die EU-Kommission nun sowohl ein Verbot von konkurrenzierenden Technologien, als auch möglichst geringe Datenschutzauflagen bei der Bildgebung.


In einer parlamentarischen Anfrage fordern wir von der EU-Kommission nun Aufklärung: Wie oft traf sich der erst seit September 2011 im EU-Lobbyregister eingetragene Schwede seit seinem Ausscheiden aus der Kommission mit seinen ehemaligen Kollegen um die Interessen seines neuen Arbeitgebers zu vertreten? Wann und in welcher Form wurde die EU-Kommission in den Jahren 2007-2011 über die inhaltliche Position der Smith Group Plc zum Thema Ganzkörperscanner in Kenntnis gesetzt? Diese Fragen sind wichtig. Nicht nur weil sie Transparenz bei der Entscheidungsfindung einfordern, sondern auch, weil sie die zu engen Möglichkeiten der parlamentarischen Kontrolle aufzeigen und herausfordern. Steter Tropfen höhlt eben den Stein.


OTS: M. Ehrenhauser enthüllt Lobbying-Skandal: “Nacktscanner Produzent kaufte sich EU-Beamten”, 29. September 2011.

Futurezone.at: “Nacktscanner-Produzent kauft sich EU-Beamten”, 29. September 2011.

Österreich: Nacktscanner-Skandal in der EU-Kommission, 30. September 2011.

heise online: EU-Parlament kann sich nicht auf Überprüfung der Anti-Terrorpolitik einigen

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Das Europäische Parlament hat sich am heutigen Dienstag nicht darauf einigen können, seine Anti-Terrorpolitik grundsätzlich zu evaluieren. Martin Ehrenhauser verwies in der Debatte am Montagabend darauf, dass im siebten EU-Forschungsrahmenprogramm 1,4 Milliarden Euro für das Thema Sicherheit bereitgestellt würden, von 120 Projekten jedoch nur zwei den Datenschutz oder rechtliche Fragen beträfen. Der gesamte Artikel auf heise online.

Konservativer Grundrechtsterrorismus

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“Wir müssen für die Freiheit planen, wenn auch vielleicht aus keinem anderen Grund als dem, dass nur die Freiheit die Sicherheit sichern kann”, hat der britisch-österreichische Philosoph Sir Karl Popper einmal geschrieben. Die EU und ihre Mitgliedstaaten sind jedoch spätestens seit 9/11 von der gegenteiligen Annahme geleitet und bauen dadurch sukzessive den liberalen Rechtsstaat zu einem Präventionsstaat um. Das man die Fülle an beschlossenen Terrormaßnahmen mit Blick auf die Grundrechte einmal evaluieren muss, liegt eigentlich auf der Hand. Die Konservativen im EU-Parlament sind jedoch anderer Meinung.    

 

Die niederländische liberale EU-Abgeordnete Sophia in ‘t Veld hatte heute in einem Initiativbericht die Evaluierung der Sicherheitsgesetzte nach 2001 mit Blick auf die Privatsphäre und den Datenschutz vorgeschlagen. Ende Juli wurde dieser Bericht mit einer knappen Mehrheit im LIBE-Ausschuss angenommen. Heute sollte über den Bericht im Plenum des EU-Parlaments abgestimmt werden. Doch daraus wurde nichts – die Konservativen torpedierten den Bericht. Die Berichterstatterin sah sich gezwungen einen Antrag auf Verschiebung der Abstimmung zu erwirken.

 

Hier ein kurzer Auszug aus dem Bericht. Laut der offiziellen Abstimmungsliste der Europäischen Volkspartei, hätte die größte Fraktion im EU-Parlament gegen jeden dieser vier Paragrafen gestimmt:

 

28 (d) “prüfen sollte, ob die derzeit eingesetzten Instrumente zur Bewertung der Auswirkungen auf die Privatsphäre und die bürgerlichen Freiheiten angemessen sind und auf den internationalen Praktiken des Benchmarkings beruhen, die von demokratischen Staaten angewandt werden, wobei die interinstitutionellen Vereinbarungen und sonstige Maßnahmen zur besseren Rechtsetzung zu berücksichtigen sind;”

 

37. “ist der Auffassung, dass die EU und ihre Mitgliedstaaten gemäß den Empfehlungen des Europäischen Parlaments und des Europarats ihre Rolle beim CIA-Programm für Überstellungen und geheime Inhaftierungslager vollständig aufklären müssen, und zwar im Zusammenhang mit neu zu Tage getretenen Beweisen und ausschließlich auf der Grundlage von Fakten und nicht von Vorurteilen oder politischen Interessen;”

 

41. “fordert die Kommission und den Rat auf, gegebenenfalls Ermittlungen dahingehend anzustellen, ob möglicherweise personenbezogene Daten zu Strafverfolgungszwecken erhoben wurden, ohne dass eine angemessene Rechtsgrundlage vorlag oder irreguläre oder sogar illegale Verfahren angewandt wurden;”

 

47.  “fordert die Kommission auf, Vorschläge zur Stärkung des Schutzes der bürgerlichen Freiheiten, der Transparenz und der demokratischen Kontrolle im Rahmen von Strategien zur Terrorismusbekämpfung vorzulegen, etwa durch die Verbesserung des Zugangs zu Dokumenten, indem ein Rechtsakt der EU zur Informationsfreiheit erlassen wird, und durch die Stärkung der Agentur für Grundrechte, des Europäischen Datenschutzbeauftragten und der Datenschutzgruppe „Artikel 29“;”

 

Abstimmungsliste der Fraktion der Europäischen Volkspartei im Europäischen Parlament; 13. September 2011.

 

Sophia in `t Veld: Bericht über die Politik der EU zur Terrorismusbekämpfung: wichtigste Errungenschaft und künftige Herausforderungen (2010/2311(INI)).

 

heise online:  EU-Parlament kann sich nicht auf Überprüfung der Anti-Terrorpolitik einigen; 13. September 2011.

PNR-Gesprächsabbruch

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Die EU verhandelt derzeit mit den USA über die Übermittlung von Fluggastdaten. Diese sogenannten PNR-Daten (Passenger Name Record) werden von Airlines gesammelt und gespeichert, um den Service für die Fluggäste zu erhöhen. Wollen europäische Airlines den US-Luftraum nun anfliegen, werden diese von der US-Regierung gezwungen, die Daten (Kreditkarteninformationen, Anschrift, Vorlieben bei Boardverpflegung, etc.) an das Department of Homeland Security zu übermitteln. Ein bislang zwischen der EU und den USA abgeschlossenes Abkommen gilt nur vorläufig. Damals durfte das EU-Parlament nicht mitstimmen. Nun hat es Mitspracherecht.


Und hier im Hause gibt es einige kritische Köpfe, die sich gegen den Generalverdacht und Massendatentransfer aussprechen. Auch war unsere Enthüllung des „SWIFT-Datenlecks“ für viele in den EU-Institutionen eine Lektion in Sachen Datenschutz. Das alles verursachte Druck und zeigt nun Wirkung. Denn die stets gut informierte „Financial Times Deutschland“ berichtet in der heutigen Ausgabe, dass EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström eine für den 8. April angesetzte Verhandlungsrunde mit den USA abgesagt hat. Der Grund: Die USA weigern sich kategorisch auf die datenschutzrechtlichen Forderungen einzugehen. Im Gegenteil, die Amerikaner dringen auf noch größere Befugnisse, zum Beispiel auf die Verlängerung der Speicherdauer von 15 auf 22 Jahren.


Die Gesprächsabsage ist ein Hinweis darauf, dass die EU-Kommission zumindest gewillt ist, eine stärkere Position einzunehmen als bei den letzten PNR-Verhandlungen. Das ist auch dringend notwendig. Denn das derzeitige Abkommen ist schlicht inakzeptabel. Neben dem verdachtsunabhängigen Massendatentransfer und der jahrelangen Speicherdauer, gibt es für die europäischen Bürger kaum rechtliche Möglichkeiten, falsch eingetragene Daten richtigstellen zu lassen. Angeblich droht die USA ihrerseits mit stundenlangen Befragungen von Bürgern bei Einreise, sollte die derzeitige Verhandlung nicht zu einem positiven Abschluss im Sinne der USA kommen. Ein Nonsens-Argument, denn könnten derartige Befragungen nur mit einem massiven Personalaufwand betrieben werden. Hinzu kommt, dass die bereits übermittelten APIS-Daten ausreichen, um Sicherheit zu gewähren. Essenswünsche im Flugzeug haben noch keinen Terroristen überführt.


Österreich: Bodyguard vor EU-Büro

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Skurrile Szenen im EU-Parlament: Vor dem Büro des eben zurückgetretenen EU-Abgeordeten Ernst Strasser steht ein Security Mann. Sein Auftrag: Niemand darf rein. Pikanterweise ist der Security just bei der Firma angestellt, bei der Strasser bis vor kurzem im Aufsichtsrat saß, wie Martin Ehrenhauser kritisiert.


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Die Presse: Wirbel um Bewachung von Strassers Büro in Brüssel

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Ermittlern der EU-Betrugsbehörde wurde einem Bericht zufolge der Zutritt verwehrt. Ein Sicherheitsdienst bewacht nun das Büro. Strasser trat am Donnerstag formal als EU-Abgeordneter zurück. Martin Ehrenhauser hatte am Mittwochabend vermeldet, die beauftragte Sicherheitsfirma sei G4S Security Services, was brisant wäre, denn Strasser saß bis zum Auffliegen der Lobbying-Affäre im Aufsichtsrat des österreichischen G4S-Ablegers.


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oe24.at: Strasser: Peinliche Panne bei Razzia

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Die EU startet ab sofort eine “Aktion scharf” gegen Ex-Innenminister und EU-Abgeordneten Ernst Strasser. Sein Büro in Brüssel wurde Mittwochvormittag versiegelt

Dabei passierte eine peinliche Panne. Denn die Fahnder beauftragten, laut Infos von Martin Ehrenhauser ausgerechnet die Sicherheitsfirma G4S Securities Services AG mit der Bewachung der Büros. Beim österreichischen Ableger des Unternehmens war ein gewisser Ernst Strasser bis vor Kurzem Mitglied des Aufsichtsrats.


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nachrichten.at: Strasser-Büro angeblich von »umstrittener« Sicherheitsfirma bewacht

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Martin Ehrenhauser erklärte am Mittwoch in einer Presseaussendung, dass die „heftig umstrittene Sicherheitsfirma“, bei deren österreichischem Ableger Ernst Strasser bis vor kurzem Mitglied des Aufsichtsrats war, Mitarbeitern der EU-Betrugsbekämpfungsbehörde OLAF den Zutritt zu Strassers Büro am Dienstag verwehrt habe.


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Krone.at: Streit um Ermittlungen gegen Strasser

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Die EU-Bürokratie will ihrem Ruf als lahme Ente offenbar auch bei internen Angelegenheiten gerecht werden. Um die Ermittlungen gegen den unter Korruptionsverdacht stehenden EU-Abgeordneten Ernst Strasser ist jetzt nämlich ein Streit ausgebrochen. Die Verwaltung des EU-Parlaments will die Betrugsbekämpfungsbehörde OLAF nicht tätig werden lassen, weil diese angeblich nicht zuständig ist. Auf eine schiefe Optik hat indes Martin Ehrenhauser aufmerksam gemacht: Angeblich bewacht das zurzeit versiegelte Büro Strassers in Brüssel eine Firma, bei der der Ex-Innenminister bis Montag im Aufsichtsrat saß.


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